Aufstellung eines Landtagsdirektkandidaten für den Wahlkreis Lüneburg. 20. Juni, 19 Uhr,... mehr
Sehr geehrte Damen und Herren,
Der Vorschlag zur Einrichtung von Naturerfahrungsräumen in Lüneburg klingt erst mal spannend. Leider wird das Konzept in dem Antrag ja nicht genau erklärt. Laut Arbeitskreis Städtische Naturerfahrungsräume dürfen Sie ja auf keinen Fall mit Naturerlebnisräumen verwechselt werden und zeichnet sie aus, dass sie im Gegensatz zu diesen möglichst wenig pädagogisch betreut werden und auch keine Spielgeräte vorgesehen sind. Nach eigenen Aussagen sollen Kinder und Jugendliche dort ungestört Natur erfahren, sich bewegen und erholen können, aber eben ohne Infrastruktur und Geräte. Es sollen also relativ kleinräumige, 1-2 Hektar große, ungestaltete Flächen mit natürlichem, wildem Bewuchs geschaffen werden, die ein natürliches Erlebnisangebot für Heranwachsende in ihrem Wohnumfeld schaffen sollen.
Ok, da können wir ja gerne im Grünflächenausschuss drüber reden.
Machen Sie uns dann einen Vorschlag, in welchen Parks dann zukünftig die Grünpflegearbeiten eingestellt und die Spielgeräte abgerissen werden sollen, damit ein wildes innerstädtisches Naturerleben, ach nein, Naturerfahren möglich wird? Oder wollen sie zusätzliche Grünflächen? Das wird leider nirgends deutlich.
Von der Verwaltung ein Konzept einzufordern, wie jetzt Flächen zur Naturerfahrung ganz nachhaltig in unser Stadtgebiet integriert werden können, kann man natürlich, allerdings hätten wir uns da einen konkreten Vorschlag der Grünen erwartet, statt die Erarbeitung jetzt der Verwaltung zuzuschieben. Wir hatten gedacht, dass sich die Grünen in Umweltfragen für ausreichend kompetent halten, uns nen konkreten Vorschlag auf den Tisch zu legen.
Mit dem Tiergartenkamp haben wir doch z.B. eine prima Grünfläche, die dafür bereits ohne jeden Beschluss nutzbar ist. Dort haben wir doch gemeinsam mit den Bürgerinitiativen im vorletzten Jahr einen tollen Erfolg feiern können, als SDP und CDU das Gebiet von ihrer Liste zur Baulandentwicklung streichen mussten. Das Naturschutzgebiet Ilmenauniederung westlich des Tiergartenkamps steht ebenfalls als Vorranggebiet für ruhige Erholung in Natur und Landschaft im Raumordnungsprogramm, da ließe sich z.B. auch „wilde“ Natur von Kindern erfahren. Ob es jetzt unbedingt überall ganz dezentral sein muss, weiß ich nicht, aber wir haben auch gar nichts gegen noch mehr zusätzliche Grünflächen, aber bitte mit konkreten Vorschlägen.
Die Verwaltung hatte ja häufig argumentiert, es gäbe bei uns in den letzten Jahren im Vergleich zu den 90iger Jahren ein Grünflächenüberschuss, aber wir hatten diese Einschätzung so nie geteilt, da hier eben auch die Kleinstflächen wie Straßenrandstreifen, begrünte Verkehrskreisel, Regenrückhaltebecken oder rechnerische Ausgleichsflächen gezählt wurden – also siedlungsbezogene Grünflächen - die sicher nicht mit einem Naherholungsgebiet oder „wilder“ Natur zu vergleichen sind.
Also, ob wir jetzt Grünflächen benötigen, die unbedingt in einem Konzept als Naturerfahrungsraum gekennzeichnet werden müssen, weiß ich nicht, mir würden einfache Grünflächen auch genügen, aber darüber können wir gerne im Grünflächenausschuss reden.