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Malte Riechey
Termine
20. Juni 2012

Aufstellung eines Wahlkreisdirektkandidaten

Aufstellung eines Landtagsdirektkandidaten für den Wahlkreis Lüneburg. 20. Juni, 19 Uhr,... mehr

 
7. Juli 2011 Malte Riechey

Rede zur Energiewende vor Ort! Lüneburg braucht einen Windkraftstandort

Sehr geehrte Damen und Herren,

Die Grünen scheinen ja zu dieser Sitzung das Konzept Quantität statt Qualität zu fahren. Sechs Anträge in einer Sitzung, leider Meistens völlig unausgereift. Die Forderung nach einem Windkraftstandort ist hier ein weiteres Beispiel. Vier, fünf Zeilen abgehakter Sätze sind alles, was sie uns hier bieten.

 

Die Verwaltung soll mal suchen und die Bürger und Umweltverbände beteiligen. Warum kommen die Grünen auch hier nicht mal mit nem konkreten Vorschlag?

 

Natürlich sind wir auch für mehr Windkraft, gerne auch in Stadt und Landkreis Lüneburg, aber wenn man so ne Forderung auf den Tisch legt, erwarte ich eigentlich ein bisschen mehr.

 

Ich bin in einer Region aufgewachsen, der Ostseeinsel Fehmarn, auf der bereits ziemlich früh, Anfang bis Mitte der 90iger Jahre Windparks errichtet wurden, auch direkt vor unserer Nase, im ständigen Blickfeld. Damit habe ich jahrelang gewohnt und wissen sie was? Es hat mich überhaupt nicht gestört. Im Gegenteil, ich fand es gut, denn wer gegen Kohle und Atom ist, der muss den Erneuerbaren auch ihren Raum geben. Mancherorts gibt es ja gegen Windkraft auch Proteste, die ich allerdings nur schwer nachvollziehen kann. Auf der kleinen Insel Fehmarn stehen heute übrigens 144 Windräder und ca. 30 km weiter nordöstlich steht mitten in der Ostsee der größte Offshore Windpark der Welt.

 

Wenn jetzt vom Landkreis im Rahmen des Raumordnungsprogramms eine Untersuchung von Vorrangstandorten für große Windkraftanlagen von über 100m läuft, begrüßen wir dies, es gibt aber auch kleinere Anlagen, die sich effizient betreiben lassen, daher sollten wir uns parallel dazu ruhig eigene Gedanken über kleinere Standorte im und am Rande des Stadtgebietes machen.

 

Letzten Monat kam es im Umweltausschuss bei uns im Landtag zu einem fraktionsübergreifenden Antrag aller Fraktion zum Repowering, also der Erneuerung alter Windkraftanlagen. DIE LINKE. hatte hierzu bereits vor zwei Jahren einen konkreten Antrag in den Landtag eingebracht. Es ist zwar schade, dass es zwei Jahre gedauert hat, aber es wurden viele Details unseres Antrages übernommen, daher freuen wir uns natürlich über das Einlenken der anderen Fraktionen.

 

Darin gibt es z.B. flexiblere Höhenstufenregelungen und unter bestimmten Auflagen auch die Zulassung von Windparks in Waldflächen, sowie Regelungen zur verbesserten Beleuchtung und Lösung der Radarstörungen für Flugzeuge.

 

Sie sehen, wir machen nicht nur Wind, sondern wir sind auch für Kraft!

 

Die Landeszeitung hatte übrigens kürzlich von einem TV-Team von Extra 3 berichtet, die bei uns in der Region mit einem Windkraftpark Lüneburg die Reaktionen der Bürger ausloten wollten, wie sie darauf vor ihrer Haustür reagieren würden.

Sie waren dann sehr überrascht, dass der erwartete Protest ausblieb. Das zeigt deutlich, dass wir in der Region Lüneburg bereits weiter sind als in anderen Teilen des Landes.

 

Wir als Linke haben Ihnen zur heutigen Sitzung ein Konzept zur Gründung eigener Stadtwerke vorgelegt, die über Bürgeranleihen den Aufbau neuer, regenerativer Energieerzeugung in Lüneburg unterstützen soll. Dazu bedarf es allerdings viel mehr, als einen einzelnen Windkraftstandort.

 

Wir wollen hier ein Konzept für das volle Programm: Wind, Wasser, Solar, Erdwärme, Bioenergie, dezentral und kommunal. Außerdem wollen wir Kraft-Wärme-Kopplung fördern.  Wir werden Ihnen das nachher gerne vorstellen, wenn wir uns ausreichend Zeit nehmen, die politischen Anträge abzuarbeiten.