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Malte Riechey
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13. November 2009 Malte Riechey

DIE LINKE im Stadtrat kritisiert Kommerzialisierung des Leuphana Geländes

„Es ist zu begrüßen, dass aufgrund des starken öffentlichen Drucks der Umweltverbände die Universität und Stadtverwaltung bereit sind, auf ökologische Fragen zum Artenschutz - wie z.B. einen Lebensraum für die vom Aussterben bedrohte Haubenlerche - einzugehen, jedoch trifft dies nicht den Kern des Konfliktes: Im Grundsatz geht es bei den umstrittenen Bauvorhaben der Universitätsleitung um die Frage der Kommerzialisierung öffentlichen Raumes“  so Malte Riechey, Fraktionsvorsitzender der Linken im Stadtrat.

In der Nutzungsvereinbarung für das geplante Audimax ist vorgesehen, dass es einem privaten Betreiber überlassen werden kann. Kommerzielle Veranstaltungen sollen demnach Vorrang vor öffentlichen und dem Gemeinwohl verpflichteten Veranstaltungen haben. Diese sollen auch die vollen Betriebskosten zahlen, einschließlich Kapital- und Abschreibungskosten. 

„Der Hochschulbetrieb spielt hierbei eine untergeordnete Rolle, denn außer für die Erstsemesterbegrüßung wird ein solch großer Hörsaal einfach nicht benötigt. Die Universität braucht ein Funktionsgebäude mit Seminarräumen für Lehre und Forschung“ so Riechey.

Schon der Landesrechnungshof hat kritisiert, dass es bei einer Reduzierung auf die universitäre Kernnutzung für fast die Hälfte, ca. 59% der Kosten, gebaut werden könnte. Da mindestens noch 16,7 Mio. € zur Finanzierung fehlen, soll als PPP ein privater Investor ins Boot geholt werden, denn zur kommerziellen Vermarktung eignet es sich wunderbar. „Für die Stadt hingegen ist das Audimax als Veranstaltungszentrum viel zu klein. Es gibt die ernsthafte und begründete Befürchtung, dass das universitäre und öffentliche Nutzungsinteresse beim wirtschaftlichen Verwertungsinteresse untergeht“ so die Kritik.

Dabei geht es nicht nur um das Audimax. Zu den Projekten gehört auch ein privat betriebenes Parkhaus und Hotel. Die Universität will sich nach und nach von ihren Außenstandorten trennen und auf den Haupt-Campus konzentrieren. Die verbleibenden Baufenster müssen daher in jedem Fall für Lehre und Forschung zur Verfügung stehen. In einer Unterschriftenaktion des AStA haben zweieinhalbtausend Studierende gegen diese Pläne protestiert. Sie wehren sich gegen eine Kommerzialisierung ihres Campus-Geländes. Riechey hält fest: „DIE LINKE unterstützt die Proteste der Studierenden und wird weiterhin für eine öffentliche statt kommerzialisierte Hochschulentwicklung streiten, die den Interessen ihrer Nutzer entspricht“.

Das B-Plan Verfahren um die Fläche des Campusgeländes der Leuphana wird mit rasantem Tempo vorangetrieben. Noch in diesem Monat sollen nach Willen der Verwaltung der Bauausschuss und der Stadtrat endgültig grünes Licht für die kontroversen Pläne des Uni-Präsidiums geben. Die Stadt ist hier gleich doppelt in der Verantwortung: Als finanzieller Teilhaber am Bauprojekt und als Kommune, die über die Flächennutzung mitentscheidet.  

„Es muss klar geregelt werden, dass nur die Universität als Betreiber zu akzeptieren ist und dass die letzten Erweiterungsflächen auch keinem kommerziell betriebenen Hotel oder Parkhaus zum Opfer fallen. Die Stadt und die Uni-Verwaltung sollen auf die Mehrheit ihrer Uni-Mitglieder hören und ein klares Zeichen für Lehre und Forschung im öffentlichen Raum setzen!“ fordert Riechey.