Aufstellung eines Landtagsdirektkandidaten für den Wahlkreis Lüneburg. 20. Juni, 19 Uhr,... mehr
Malte Riechey, Fraktionsvorsitzender der Linken im Stadtrat, tritt nach fünf Jahren nicht erneut zur Kommunalwahl an. Michel Pauly, derzeit Kreispressesprecher und im Landesvorstand der Linken, soll sein Nachfolger werden. Dazu Riechey: „Dieser Schritt ist seit langer Zeit geplant und wir sind personell gut darauf vorbereitet. Ich freue mich darauf, mich zukünftig mit ganzer Kraft auf die Arbeit in unserer linken Bundestagsfraktion zu konzentrieren.“
DIE LINKE. hat den Rat in den letzten fünf Jahren maßgeblich geprägt. Es gab auf jeder Ratssitzung eine oder mehrere Anträge und Anfragen von uns, so dass unsere linke Politik immer zentrales Thema war, auch wenn wir dafür selten Mehrheiten bekommen haben. Wir haben damit sehr viel Öffentlichkeit für linke Themen erreicht, wofür es sich zu kämpfen gelohnt hat.
Die Verhinderung von Privatisierungen und PPP wie bei der Straßenbeleuchtung oder die Gründung eigener Stadtwerke, die Sozialcard oder unsere aufwändigen Haushaltsanträge, die allesamt stets gegenfinanziert waren, und konkrete soziale Alternativen aufzeigten, waren Themen, die den Rat stark geprägt haben. Auch die Zusammenarbeit mit meinem Kollegen Kay Kunath hat sich sehr gut ergänzt. Mit ihm bleibt uns eine Konstante im neuen Ratsteam erhalten. Wir setzen darauf, unsere Mandate auszubauen, daher gehört Karlheinz Fahrenwaldt, der bereits unsere Kreistagsfraktion leitet, ebenfalls zu unserem neuen Spitzenteam für den Rat, wie auch der 32 jährige Softwareentwickler Robert Eberhardt.
Riechey weiter: „Ich trete nicht mehr an, da sich mein Leben in den fünf Jahren stark verändert hat. Als ich in den Stadtrat gewählt wurde, war ich 26, hatte grade mein Studium abgeschlossen und hatte mich quasi Vollzeit auf die Kommunalpolitik konzentriert. Dazu kamen Parteiverpflichtungen auf Landesebene und die Parteiarbeit vor Ort. Nach der letzten Bundestagswahl im Herbst 2009, wurde ich von unserem niedersächsischen Abgeordneten Herbert Behrens, als wissenschaftlicher Mitarbeiter für Verkehrspolitik im Bundestag eingestellt. Doch anstatt mein Ratsmandat niederzulegen, hatte ich eineinhalb Jahre den Spagat gelebt, einen Wohnsitz sowohl in Lüneburg als auch in Berlin unterhalten und bin fortan gependelt. In den Sitzungswochen des Bundestages war ich in Berlin, in den Walkreiswochen in Lüneburg. Doch in diesem Jahr bin ich mit meiner Lebens-gefährtin in Berlin zusammengezogen und die viele Pendelei fällt selbst einem Verkehrspolitiker auf Dauer nicht leicht.
Ich habe meinen Mitbewohner und Freund Michel Pauly seit einem Jahr als meinen Nachfolger eingearbeitet und wünsche mir, dass er in unserem neuen Team für den nächsten Rat auch den Fraktionsvorsitz übernimmt. Für OB Mädge wird es damit nicht leichter, denn unsere hohe Taktzahl an Ideen bleibt gleich! Michel Pauly ist für die Aufgabe bestens gerüstet und wird die erfolgreiche Arbeit in unserer neuen Ratsfraktion fortsetzen. Er ist zur Kommunalwahl 26 Jahre und studiert Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Genau, wie ich damals. Außerdem bleibt das Mandat ja in der WG, so dass es mir nicht ganz so schwer fallen wird.“