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Malte Riechey
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Aufstellung eines Landtagsdirektkandidaten für den Wahlkreis Lüneburg. 20. Juni, 19 Uhr,... mehr

 
3. Februar 2011 Malte Riechey

Rede zur Anfrage über die Zukunft der Musikschule Lüneburg

Ich möchte gleich zu Beginn betonen, dass DIE LINKE. klipp und klar gegen eine Privatisierung, also gegen den Verkauf des Musikschulgebäudes an einen privaten Investor ist.

Unsere Fragen sollen Ihnen die Probleme ihres Vorhabens aufzeigen und sie dazu bringen, sich das nochmal gut zu überlegen.

Wir stehen ja sowieso nur vor dem Dilemma, weil Sie mit dem PPP Projekt Saline auf dem E.ON Avacon –Gelände für 17 Mio. € bauen lassen wollen und sich damit wieder einmal übernommen haben.

Sie sind fest entschlossen, dass Musikschulgebäude zu verkaufen, um einen Bruchteil der Kosten zu refinanzieren. 

Im Januar vor einem Jahr haben Sie Herr Mädge im Bauausschuss gesagt, wir würden weniger als eine Million Euro für den Verkauf erhalten, da ein Großteil des Grundstücks der Heiligengeist-Stiftung gehört. Ist dies der Betrag, den Sie in die Wirtschaftlichkeits-berechnung der Kommunalaufsicht vorgelegt haben?

Im Musikschulgebäudekomplex befindet sich, wie Sie wissen, wesentlich mehr als die Musikschule, z.B. auch das Haus der Jugend und vieles mehr. Doch die sind im schicken Neubau alle nicht vorgesehen.

Es ist nicht irgendein Standort, es geht eine absolut zentrale Innenstadtlage und um die Frage von öffentlichem Raum.

Wenn sie wirklich das Haus der Jugend ersatzlos schließen oder mit Angeboten am Stadtrand ersetzen wollen, sollen sie sich das gut überlegen. Wir brauchen Angebote im Zentrum dieser Stadt, nicht nur in den Stadtteilen. Erklären Sie hier und heute, dass das Jugend-zentrum an der Münze erhalten bleibt, auch nach der Wahl!

 

Heute war ein großer Artikel über fehlende Jugendpolitik in unserer Stadt zu lesen und von Überalterung der Kommunalpolitik. Ich fühle mich da weniger angesprochen, doch vielleicht sollten Sie sich das zu Herzen nehmen.

Auch architektonisch: Das alte Musikschulgebäude ist ein kostbares und historisches Patrizierhaus, zum Teil sogar Denkmal-geschützt. Wollen sie wirklich, dass dies soweit wie möglich abgerissen wird, um einen weiteren Neubau in unserer historischen Innenstadt zu weichen?

Wollen wir überall nur noch schicke Cafes, Einkaufstempel und Innenstadtvillen? Nein! Laussen sie uns den Öffentlichkeit Raum ausbauen, schaffen wir Angebote, die dem Gemeinwohl entsprechen. Ein innerstädtisches Begegnungszentrum für Jugend, Kunst und Kultur.

Wir wollen die freie Kunst- und Kulturszene in Lüneburg fördern und unterstützen daher die Initiative Lüneburger Kulturschaffender KIS. „Kultur findet Innenstadt“ heißt sie zu Recht. Findet INNEN statt, im Zentrum. Die alte Bäcker im Speicherviertel ist nett, wir haben den Erhalt auch unterstützt, aber sie liegt einfach nicht im Zentrum.

Wenn ich daran denke, wem sie die Bäckerei bereits alles angeboten haben: Dem Amateurtheater, IKARUS, dem Gehörlosenverein, freien Gruppen als Bandübungsraums und vielen mehr. So groß ist die Bäckerei einfach nicht! Sie ist doch schon x-fach überbelegt.

Wir brauchen beide Standorte und sollten sie nicht gegeneinander ausspielen. Ausstellungsräume für Künstler gehören z.B. in die Innenstadt, dort wo es Laufkundschaft gibt.

Wir sollten das Musikschulgebäude nicht leichtfertig aus der Hand geben, nur weil es ein paar unsanierte Fenster gibt, wir sollen es entwickeln. Die Initiative KIS will dazu demnächst öffentlich ein Nutzungskonzept vorstellen und das sollten sie ernst nehmen

Unsere Fragen:

Wie ist der Planungstand hinsichtlich der weiteren Nutzung? Ist eine Sanierung des Gebäudes durch die Hansestadt Lüneburg geplant? Fand bereits eine Wertermittlung statt? Hat die Verwaltung bereits Gespräche mit Architekten, Maklern und Investoren über Nutzungsmöglichkeiten geführt? Wie wird aus heutiger Sicht die Nutzung des Gebäudes aussehen? Wie ist der Zeitplan? Ist das angrenzende Haus der Jugend von den Planungen zur Musikschule mit betroffen?

Wie steht die Verwaltung zu den Vorstellungen bekannter Lüneburger Kulturschaffender, den Gebäudekomplex zu einem innerstädtischen Kunst- und Kulturzentrum zu entwickeln? Sieht die Verwaltung Möglichkeiten, den stätischen Kunst- und Kultur-schaffenden das Gebäude (ggf. bezuschusst) zu überlassen, zu verpachten oder zu verkaufen?