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7. Juli 2010 Michèl Pauly

Lehren statt Bauen

Audimax-Finanzierung bröckelt

DIE LINKE Lüneburg spricht sich für den unbedingten Erhalt der Lehramtstudiengänge aus. „Professuren die zum Teil schon ein halbes Jahrzehnt unbesetzt sind, sind unerträglich.“ sagt Malte Riechey, selbst Absolvent der Universität Lüneburg. „So knapp vor der Unstudierbarkeit stand zuletzt die Sozialpädagogik und die wurde bekanntlich abgeschafft – trotz präsidialer Beteuerungen.“ fährt der Fraktionsvorsitzende im Stadtrat fort. Er fordert „…die 18 dringend benötigten Professoren müssen berufen werden, noch dieses Jahr.“ Er regt an, ein beschleunigtes Berufungsverfahren einzuleiten.

Bedenken meldet DIE LINKE gegenüber der Entwicklung der Universität überhaupt an. So entspreche die Situation in der Lehrerbildung dem allgemeinen Trend zur Verknappung des Lehrangebots an der Leuphana. Michèl Pauly, Pressesprecher der Linken und selbst Student an der Leuphana: „Als ich vor vier Jahren hier begonnen habe zu studieren, waren wir deutlich über 10.000 Studierende und heute spricht der Präsident von einem Zielkorridor zwischen 6000 und 7000 Studierende, den wir so gut wie erreicht haben.“ Besonders perfide dabei: In der „Strategischen Rahmenvereinbarung“ zwischen Stadt, Landkreis und Universität verpflichtete sich die Leuphana dazu, dass die Zahl der Studierenden ‘deutlich wachsen soll‘, im Sinne Lüneburgs und um Sinne der Bildungsgerechtigkeit. Die 2007 beschlossene Rahmenvereinbarung bildet die rechtliche Grundlage für den Zuschuss von Stadt und Landkreis zum Projekt „Audimax“ in Höhe von zusammen 7 Mio. Euro.

DIE LINKE im Stadtrat hat einen Dringlichkeitsantrag eingereicht, der den Vertragsbruch durch die Universität feststellen soll. „Trotz gestiegener Landeszuschüsse wurden die Studierendenkapazitäten massiv abgebaut. Die Uni entzieht sich damit ihrer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung.“ erklärt Malte Riechey den Antrag. Er stellt fest, dass in der Rahmenvereinbarung die Universität als Betreiber festgeschrieben ist und entsprechend ein privater Investor dafür gar nicht in Frage kommt. Auch die Nutzungsvereinbarung zwischen Verwaltung und Universität, die einen dritten Betreiber zulässt, dürfe selbstverständlich dem Ratsbeschluss nicht entgegenstehen.

Riechey fasst zusammen: „Aus unserer Sicht ist die Rahmenvereinbarung gleich zwei Mal gebrochen und folglich nichtig. Die finanziellen Zusagen zum Audimax sind gestorben.“ Die Universität habe somit genug Zeit sich ihrer eigentlichen Aufgabe zu widmen – das sind Forschung und Lehre.