Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen

Thorben Peters

8. März: Frauenkampftag!

Auch wenn der 08.03 diesmal auf einen Sonntag fällt, gehen auch heute wieder Frauen* auf die Straße. Sie streiten für uneingeschränkte Gleichberechtigung und Frauen*rechte.

Gerade in Deutschland wird sich gerne damit gebrüstet, dass wir in Sachen Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern doch schon sehr weit sind. Die Gleichberechtigung ist zwar im Grundgesetz verankert, doch sie ist keine gesellschaftliche Realität.

Frauen und Mädchen leisten täglich 12,5 Milliarden Stunden unbezahlte Pflege-, Fürsorge- und Hausarbeit, ohne dass diese bedeutsame Arbeit gesellschaftlich oder ökonomisch anerkannt wird. Hinzukommt häufig noch die Erwartungshaltung, dass Frauen* diese Arbeit übernehmen müssen, was dazu führt, dass bestehende Ungleichheiten vertieft werden. Frauen* gehen öfter prekären und unsicheren Beschäftigungen nach und sind dadurch auch einem höheren Armutsrisiko ausgesetzt.
Eine Befragung der UN hat ergeben, dass die große Mehrheit der Menschen weltweit noch immer Vorurteile gegenüber Frauen hegt (neun von zehn Menschen sind zumindest teilweise voreingenommen). Hier gab auch die Hälfte der Befragten an, dass Männer bessere politische Anführer seien. Noch schockierender sind jedoch die 28% der Befragten, die der Meinung sind, dass es für einen Mann gerechtfertigt sei, seine Frau zu schlagen. Auch statistisch gesehen zeigt sich, dass die Gewalt gegen Frauen* zunimmt. Dabei reicht diese von Upskirting (das heimliche Fotografieren unter dem Rock) über verbale Attacken bis hin zu häuslicher Gewalt und Mord. Gewalt ist eben nicht die Ausnahme, sondern traurige Normalität. 

Auch über 100 Jahre nach der Erlangung des Frauenwahlrechts sind noch immer viele Kämpfe zu führen. Eine Gleichstellung der Geschlechter ist weder in Deutschland noch im Rest der Welt Realität. Noch immer werden Frauen* unterdrückt. Wobei Unterdrückung sich nicht nur auf das Geschlecht beschränkt (Diskriminierung aufgrund von Klasse, Hautfarbe, Herkunft, sexueller Orientierung etc.). Diskriminierung hat ihren Zweck: Unterdrückte Gruppen sind leichter auszubeuten und können leicht politisch von jeder Solidarität isoliert werden. Es muss daher darum gehen gemeinsam gegen jede Form der Unterdrückung vorzugehen. Beispielsweise gleiche Verteilung von Pflege- und Fürsorgearbeit, höhere Repräsentanz in demokratischen Strukturen, gleicher Lohn für gleiche Arbeit etc.

Es kann nicht nur darum gehen, Verbesserungen in diesem System zu erzielen, sondern auch darum die gesellschaftlichen Verhältnisse als Ganzes und das Wirtschaftssystem zu ändern. Wir müssen eine soziale und ökologisch orientierte Wirtschaftsweise aufbauen, die vor allem die Arbeit für die Gesellschaft wertschätzt, anstatt weiterhin auf Profite und unbegrenztes Wachstum zu setzen.
Es ist auch Realität, dass rechte Gruppierungen Frauen*rechte instrumentalisieren, um gegen Geflüchtete und vermeintlich Fremde zu hetzen. Dem gilt es sich entgegenzustellen. Wir lassen uns nicht spalten.

Ein erster Schritt kann sein, selbstständig aus festgefahrenen und alten Rollenbildern (alle Menschen) auszubrechen und gemeinsam politisch aktiv zu werden. Die Geschichte lehrt uns, gute Veränderungen gelingen nur so.