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David Amri

Bio-Essen in KiTas scheitert an Stimme eines Grünen

Ärgerlich. Da setzt man sich für ein Nachhaltigkeitsthema ein, betreibt aufwändige Recherchen und müßige Überzeugungsarbeit und dann scheitert man an der Stimme eines Grünen!

Ein seit längerem in der Lüneburger Kommunalpolitik diskutierter Antrag der Linken zur Einführung von Bio-Essen in Kindertagesstätten scheiterte am Donnerstag knapp mit 5 zu 4 Stimmen bei der Abstimmung im Jugendhilfeausschuss.

Überraschend war für uns dabei vor allem das unterschiedliche Stimmverhalten der beiden Vertreter der Grünen im Ausschuss: So überzeugt wie die eine dafür war, so überzeugt war der andere dagegen. Von der SPD und der CDU wussten wir ja, dass sie dagegen stimmen, von den Grünen hätten wir uns geschlossene Unterstützung gewünscht. Nur eine Stimme hat gefehlt und ab nächstem Jahr hätte die Verpflegung in den Lüneburger Kitas schrittweise auf Bio umgestellt werden müssen, finanziell getragen von der Stadt!

Die Gegner des Antrages argumentierten überwiegend mit der Eigenverantwortung der KiTas, der Eltern und der Kinder für eine gesunde Verpflegung. Das ist absurd, wenn man bedenkt, dass das erreichbare Höchstmaß an Gesundheit ein UN-Kinderrecht und somit öffentliche Aufgabe ist. Kinder können und werden sich nicht selbst in der KiTa für Bio-Essen einsetzen! Viele Eltern und auch KiTas wünschen sich höhere Qualität beim Essen, sind aber auf eine Finanzierung der Kommune angewiesen. Die hohen KiTa Beiträge in Lüneburg sind ohnehin eine sehr große Belastung. Sogenannte Eigenverantwortung beim Essen bedeutet, dass bei steigender Qualität die Eltern auch fürs Essen mehr zahlen müssten. Wir wollten daher, dass die Stadt sowohl für die Qualität als auch für die Kosten des KiTa-Essens die Verantwortung übernimmt.

Es geht dabei nicht wie von CDU, SPD und Verwaltung kritisiert um Zwang, es geht um Gerechtigkeit:

1. Kinder haben ein Recht auf die höchstmögliche Qualität beim Essen und das heißt nun mal (unter anderem) Bio! Das sieht so übrigens auch die von der Bundesregierung getragene Deutsche Gesellschaft für Ernährung DGE, die die Ernährungsempfehlungen für KiTas herausgibt.

2. Zukünftige Generationen haben ein Recht auf den Erhalt der bestmöglichen Lebensbedingungen, dazu zählt auch der Erhalt der Bodenqualität und eine möglichst schadstofffreie Umwelt. Das kann nur mit Biolandbau und Abschaffung der Massentierhaltung erreicht werden!

Leider sind wir kurz vorm Ziel nun ausgerechnet an einem Grünen gescheitert.

Wir bleiben aber weiter an dem Thema dran. Demnächst geht es im Schulausschuss weiter, wenn wir über die Bio-Qualität des Schulessens diskutieren!

Stadtratsfraktion DIE LINKE Lüneburg