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Markus Graff

Die dunkle Seite von Georg Bonne - Die Gruppe ABAE/Linke im Adendorfer Rat will Straße umbenennen

Landeszeitung 02.09.2020 - von Ingo Petersen - Auszug -

 

Adendorf. Durch Zufall ist Markus Graff darauf gestoßen: „Durch einen Beitrag im NDR-Fernsehen im Vorabendprogramm.“ Der kurze Film ließ das Adendorfer Ratsmitglied der Linken nicht ruhen. Gemeinsam mit seinen Gruppenkollegen von der ABAE stellt Graff zur nächsten Sitzung des Adendorfer Gemeinderats am Donnerstag, 10. September, den Antrag, die Bonnestraße im Zentrum der Gemeinde umzubenennen. Über die Problematik Georg Bonne hatte der NDR in Bezug auf eine Untersuchung im Auftrag des Hamburger Staatsarchivs berichtet. Die war unter anderem auf den Namen Bonne gestoßen, nach dem eine Straße im Stadtteil Nienstedten und auch ein Park in Bahrenfeld benannt ist. Eine Nachfrage Graffs bei Uwe Meyer, Leiter des Adendorfer Gemeindearchivs, ergab: „Bei dem Namensgeber der Bonnestraße in Adendorf handelt es sich wirklich um Georg Bonne.“ In der Adendorfer Dorfchronik ist Dr. Georg Bonne ein Beitrag gewidmet: 1859 in Hamburg geboren, er war Arzt, setzte sich in seiner Heimatstadt für eine Verbesserung der hygienischen Verhältnisse ein, brachte es im Ersten Weltkrieg bis zum Sanitätsrat. Von 1923 bis 1930 lebte Georg Bonne in Adendorf, machte sich dort um die Schaffung erschwinglicher Siedlungshäuser verdient – dafür wurde ihm eine Straße gewidmet. Antisemitische Hetze, judenfeindliche Stereotypen In der Untersuchung zur NS-Belastung von Straßennamen, erstellt im Auftrag des Staatsarchivs Hamburg, heißt es unter anderem: „Georg Bonne war seit den 1890er-Jahren Vertreter einer völkischen Strömung in den Lebens- und Wohnungsreformbewegungen, der sich in zahlreichen politischen und gesellschaftlichen Feldern engagierte. Hinter seinem Aktivismus und seiner publizistischen Tätigkeit stand die Sorge um die ,Volksgesundheit und ,Rassenhygiene, der Deutschen. Mit seinen ...Werken trug er dazu bei, ein geistiges Klima zu schaffen, das die Durchsetzung der völkischen und antisemitischen Ideen des Nationalsozialismus begünstigte. Bonne begrüßte die NS-Bewegung spätestens seit 1931 und bewunderte Adolf Hitler. 1933 wurde er Parteimitglied, auch wenn es zu seiner Mitgliedschaft widersprüchliche Quellenangaben gibt.... Parallel zum Beginn des Holocaust veröffentlichte er ein Schauspiel, das voll von antisemitischer Hetze und judenfeindlichen Stereotypen war und mit dem er explizit die NS-Judenpolitik unterstützen wollte.“