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Landeszeitung 25.1.2021

Die finanzielle Not des Tierheimes beschäftigt nun auch die Lokalpolitik. Im Rathaus verweist man auf eine Stiftung

von Alexander Hempelmann

Lüneburg. In welcher Art und Weise kann die Stadt Lüneburg das Tierheim unterstützen? Darum geht es im Kern in einer Anfrage der Ratsfraktion Die Linke, die Thema im nächsten Ausschuss für Feuerwehr und Gefahrenabwehr werden soll. Anlass dafür war der LZ-Artikel am 6. Januar über die Folgen der Corona-Pandemie für die Einrichtung, die vor allem unter wegbrechenden Spenden zu leiden hat.

Die Linke möchte nun wissen, ob die Stadtverwaltung schon mit dem Tierheim darüber verhandelt, dass sie es über die Corona-Hilfe des Landes hinaus womöglich in diesem Jahr auch mit eigenen Mitteln oder personellen Ressourcen unterstützt, um die Arbeit des Heims abzusichern.

Team muss unterstützt werden

Annika Weinert-Brieger, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion, lobt die „großartige Arbeit für Tiere in Not“ durch die haupt- und die ehrenamtlichen Mitarbeiter und mahnt:

Jetzt, in der Krise, zusätzlich verstärkt Spenden akquirieren zu müssen, bedeutet erheblichen Druck. Mit dieser Herausforderung dürfen wir das Team des Tierheims nicht allein lassen. Deshalb sollte ihm die Stadt in dieser schwierigen Situation solidarisch und unbürokratisch unter die Arme greifen.

Die Stadt aber winkt ab. Sie verweist auf eine seit vielen Jahren gültige Vereinbarung, die sie, der Landkreis und die übrigen kreisangehörigen Gemeinden und Samtgemeinden mit dem Tierheim haben. Darin ist die Aufnahme, Unterbringung und Versorgung von Tieren geregelt, aber auch die finanzielle Beteiligung der jeweiligen kommunalen Partner an dieser Aufgabe. „Vereinbart ist ein Festzuschuss, der aktuell zur Hälfte von der Hansestadt aufgebracht wird (Posten im Haushalt: 42 500 Euro), zur anderen Hälfte von den übrigen Gemeinden und Samtgemeinden“, teilt Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck mit. „Hinzu kommen weitere Mittel des Landkreises als zuständige Tierschutzbehörde. Der Kreis zahlt dem Tierheim aktuell pro Jahr rund 59 600 Euro, davon sind allein 36 126 Euro für Unterbringung von gefährlichen Hunden.“

Nicht wenig Geld also, das regelmäßig fließt. Vor diesem Hintergrund „sehen wir im Moment keinen Anlass, einseitig aus der Vereinbarung auszuscheren, zumal wir hier seit vielen Jahren mit den Partnern zusammen vorgehen, und überdies der Landkreis Verhandlungsführer war und ist“, macht die Stadtpressesprecherin deutlich.

Doch das bedeute ja nicht, dass es über die festen Zuschüssen und Spenden von Privatleuten hinaus nicht doch noch finanzielle Hilfe geben kann, womöglich macht Oberbürgermeister Ulrich Mädge an anderer Stelle seinen Einfluss geltend. Denn Moenck verweist auch auf die Stiftung Tierheim Lüneburg, deren Zweck die Unterstützung des Heims und des Tierschutzes in der Region ist. „Eine Idee der Stiftung war und ist es auch, dem Tierheim finanziell helfen zu können, zum Beispiel bei Reparaturen, Um- und Anbauten.

Das gilt aber sicherlich ebenso für andere unerwartete finanzielle Herausforderungen, wie sie sich jetzt zum Beispiel durch Corona ergeben.“ Dem Kuratorium gehören satzungsgemäß auch die Verwaltungsspitzen von Stadt und Kreis an: Oberbürgermeister Ulrich Mädge und Landrat Jens Böther.

Der Landeszeitungs-Artikel vom 6. Januar hatte zunächst zu großer Resonanz geführt. „Wir haben insgesamt 14 000 Euro Spenden über verschiedene Kanäle erhalten, was wirklich fantastisch ist“, teilte Geschäftsführerin Franziska John eine Woche später mit und bedankte sich bei den vielen Spendern aus der Stadt und dem Landkreis Lüneburg.