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Michèl Pauly

DIE LINKE fordert fahrscheinlosen Nahverkehr für Lüneburg

Die Linksfraktion im Lüneburger Rat fordert die Verwaltung auf, sich als Modellkommune für die Einführung des fahrscheinlosen Nahverkehrs zu bewerben.

Die Vorteile eines solchen Systems erklärt der linke Ratsherr Michèl Pauly:

„Fahrscheinloser Nahverkehr ist keine Utopie. Einfach in den Bus einsteigen und losfahren, ohne sich Gedanken über Tarifzonen, Kleingeld, usw. machen zu müssen. Das ist eine Werbung für die Stadt Lüneburg, auch für den Tourismus. Für alle Menschen, die bereits heute den ökologischen Verkehrsverbund aus Fahrrad, Bus, Bahn und als Fußgänger nutzen, ist es eine finanzielle Entlastung. Für Autofahrer ist es ein Anreiz auf den Nahverkehr umzusteigen und so Lüneburgs Verkehrsinfrastruktur, deren Verschleiß jedes Jahr hunderttausende von Euro kostet, zu entlasten.“

Die Linksfraktion im Rat verweist auf aktuelle Feinstaubmessergebnisse in der Stadt, die die Grenzwerte teilweise deutlich überschreiten. Dazu erklärt ihr Fraktionsvorsitzender David Amri:

„Seit einigen Monaten messen wir an unserem Büro in der Altenbrückertorstraße die Feinstaubbelastung. Erst vergangenes Wochenende wurde dort der zulässige Grenzwert an Feinstaub um mehr als 100% überschritten. Das bedeutet eine dauerhafte Gesundheitsgefährdung aller Anliegerinnen und Anlieger und widerspricht auch den Vorgaben der Europäischen Union. Daher müssen wir dringend handeln.“

Zur Machbarkeit verweist Pauly auf gute Erfahrungen in Deutschland und ganz Europa: „Die ersten Städte in Europa wie das estnische Tallinn oder das belgische Hasselt haben es vorgemacht: der Nahverkehr ohne Fahrschein funktioniert. Zwischen 15% und 25% der Fahrscheinerlöse werden heute nur dafür verwendet, dass es Fahrscheinautomaten, Kontrollen und Ähnliches gibt. Weil Mobilität auch Teilhabe bedeutet, ist es nur logisch, den Nahverkehr als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu sehen und so aus Steuern und Abgaben zu finanzieren. Bereits heute finanziert sich der ÖPNV größtenteils aus Steuermitteln. Die Schülerbeförderung und Kinder bis 6 Jahren fahren heute schon gratis. Studierende haben ein eigenes Pauschalsystem, das Semesterticket und fahren so auch ohne individuelle Fahrpreise in einem umlagefinanzierten System. Das ist ein Erfolgsmodell, dass sich auch auf alle Nutzerinnen und Nutzer des Nahverkehrs übertragen ließe.“