Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen

Thorben Peters

DIE LINKE. Lüneburg kritisiert die Vertuschung des Zusammenhangs von erhöhten Krebsraten mit Gasförderanlagen seitens der Landesregierung

DIE LINKE. Lüneburg kritisiert die aktuelle epidemiologischen Studie des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.

Bereits am Tag der Bekanntmachung der Ergebnisse der niedersachsenweiten „Abstandsstudie“ von hämatologische Krebsfällen zu Erdöl- und Erdgasanlagen sowie Bohrschlammgruben wusste das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung in seiner Presseinformation mit Sicherheit: „Ein Zusammenhang der räumlichen Wohnortnähe zu Schlammgrubenverdachtsflächen oder zur Kohlenwasserstoffförderung (Erdöl- und Erdgasförderanlagen zusammen betrachtet) wurde nicht nachgewiesen.“ Danach wurde eingeräumt, dass dann doch „etwas“ gefunden wurde - nicht ohne das erkennbare Bemühen um ein Herunterspielen der Bedeutung dieser tatsächlich mindestens 4 signifikanten Ergebnisse. Diese besagen nämlich unzweideutig, dass Menschen, die längere Zeit  im Umfeld von ≤ 1 km um Erdgasförderanlagen lebten und insbesondere Frauen, die Zeit  im Umfeld von ≤ 1 km um Erdgasförderanlagen in ganz Niedersachsen gelebt haben deutlich erhöhte Neuerkrankungsraten aufweisen. Außergewöhnlich hoch fiel die signifikante Rate für den Landkreis Rotenburg aus – und sogar noch in bis zu 2 km Entfernung gab es eine erhöhte Inzidenz. Und das, obwohl der Untersuchungszeitraum nur 4 Jahre von 2013-2016 betrug.

Seit September 2014 steht mit der ersten Feststellung signifikanter hämatologischer Krebserkrankungen in der Samtgemeinde Bothel, LK Rothenburg, der Verdacht im Raum, es könne einen Zusammenhang mit den dort befindlichen ca. 20 seit Jahrzehnten aktiven Erdgas-Förderstellen geben. Statt unmittelbar danach eine inzwischen von vielen Bürgerinitiativen und 210 Ärzten im Landkreis geforderten klassische epidemiologische Fall-Kontroll-Studie auf den Weg zu bringen, ließ die Landesregierung den Landkreis mit der Aufklärungsverantwortung allein. Dabei regelt das Bergrecht unzweideutig, dass bei Umwelt- und Gesundheitsschäden das Land Niedersachsen die Aufsichtspflicht dafür trägt Schaden von der Bevölkerung abzuwenden. Diese Verantwortung hat weder die rot-grüne Landesregierung noch die aktuelle GroKo übernommen. 

 „Das kommt einem kompletten Versagen der Behörden beim Gesundheitsschutz vor Industrie-Emissionen gleich“, kommentiert Thorben Peters, KreisverbandvorsitzenderDIE LINKE. Lüneburg. „Wir fordern von der Landesregierung sofort konkrete Konsequenzen aus der aktuellen epidemiologischen „Abstandsstudie“. Es muss ein umgehendes Moratorium für die Gasförderung zur Vermeidung weiterer Emissionen geben. Es ist durch nichts gerechtfertigt, krebserregende Stoffe in Nähe zu Wohngebieten entweichen zu lassen. Die Forschung nach den Ursachen dieser vielfachen Körperverletzung muss nun mit allen nötigen Mitteln – in jedem Fall aber mit einer vollständigen epidemiologischen Fall-Kontroll-Studie - umgehend forciert werden. Die Landesregierung muss erklären, welches Maßnahmenpaket sie in Hinsicht auf Chemikalienkontrolle und Gefahrenvorsorge nach dem geltenden Vorsorgeprinzip auf den Weg bringen wird.“

Für DIE LINKE. Lüneburg ist klar: Einen nachhaltigen Umwelt- und Gesundheitsschutz wird es nur geben, wenn der Einfluss der Konzerne auf die Politik mit Hilfe der sozialen und ökologischen Bewegungen zurückgedrängt wird.