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Quelle: Twitter - Demo gegen Kinderarmut

Inge Hannemann

Es reicht für uns alle – zusammen stark gegen Kinderarmut! Demo gegen Kinderarmut in Berlin

Am kommenden Samstag, 12. Mai findet am Brandenburger Tor in Berlin die „Demo gegen Kinderarmut“ statt. Der Kreisverband DIE LINKE. Lüneburg solidarisiert und bedankt sich bei den Initiatorinnen Fee Linke, Susanne Triepel, Delia Keller und Martina Krahl sowie ihren Unterstützerinnen Esther Konieczny, Claire Funke und Christine Finke ganz herzlich.

In Deutschland lebt jedes fünfte Kind mindestens fünf Jahre dauerhaft oder wiederkehrend in Armut. Für jedes zehnte Kind ist es ein kurzzeitiges Phänomen. Das zeigt auf, dass es kaum ein Entrinnen aus der Armut gibt. Wer einmal arm ist, bleibt auch zumeist arm. Zunehmend sind es Kinder deren Eltern geringverdienend sind. Zwei Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind auf Hartz IV angewiesen. Besonders Alleinerziehende oder Eltern mit zwei Kindern sind von Armut bedroht oder leben in Armut. Kinderarmut ist somit auch immer Elternarmut. Als arm gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens seines Landes zur Verfügung hat. Für eine Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren sind das weniger als 1926 Euro netto im Monat. Arm sein bedeutet auf vieles verzichten zu müssen, mit Gleichaltrigen nicht mithalten zu können und der Ausschluss von vielen sozialen und kulturellen Aktivitäten. Das führt nachweislich auch in der Schule zu schlechtere Chancen und verringert die Möglichkeit später ein selbstbestimmtes Leben außerhalb der Armut zu führen. 

Dazu der Kreisverband DIE LINKE. Lüneburg:

„Alleine schon, dass einzelne Aktivistinnen eine „Demo gegen Kinderarmut“ auf die Beine stellen ist fantastisch und zeigt auf, dass auch privates politisch ist. Als Alleinerziehende wissen Claire Funke und Christine Finke wovon sie sprechen. Hier trifft privates Engagement auf eine Politik, die in den vergangenen Jahren Kinderarmut sträflich vernachlässigt hat. Wir fordern eine eigenständige Kindergrundsicherung in Höhe von 573 Euro und keine Zwangsverpflichtung im System des „Forderns und Förderns“ innerhalb der Jobcenter. Kein Kind gehört mit der Angst vor Geldkürzungen durch Sanktionen in ein Jobcenter. Die Anrechnung von Kindergeld gehört abgeschafft, wie es unsere europäischen Nachbarländer vormachen. Die hohen bürokratischen Hürden zum Erhalt des Kinderzuschlags gehören vereinfacht. Unsere derzeitige Große Koalition muss endlich langfristig die steigende Armut in ihrem Regierungskonzept aufnehmen und nicht länger verschweigen.“

Kinder haben nicht die Chance sich selbst aus der Armut zu befreien. Die derzeitige Existenzsicherung orientiert sich am untersten Level einer Einkommensgrenze. Das führt zwangsläufig zur Ausgrenzung und Unterversorgung in der Bildung, in der sozio-kulturellen Teilhabe, in der Gesundheit und damit in der gesamten Entwicklung. Hier ein Demokratieverständnis aufzubauen bleibt schwer oder entfällt komplett. Die seit Jahren andauernden Warnungen der Armutsentwicklung aus Politik, aus der Wissenschaft, von Armut Betroffenen oder Sozialverbänden versickern im Niemandsland. So kann die Armut nicht bekämpft werden. 

Wir wünschen viel Erfolg und tausende von Menschen bei der Demo!

Infos:

12. Mai 2018 von 14-16 h; Treffpunkt 13:30 h am Neptunbrunnen (nahe Marienkirche und Rotes Rathaus). Ab 14 h Demonstration über Unter den Linden zum Brandenburger Tor. Ab ca. 14:45 h Kundgebung am Brandenburger Tor und hier.