Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen
Picasa

DIE LINKE. Lüneburg

Gedenken an den 9. November 1938

Vor 80 Jahren, am 9. November 1938, brannten in Deutschland Synagogen, wurden jüdische Geschäfte und Wohnungen überfallen, geplündert und zerstört. Im Verlauf der Pogrome wurden auf Anweisung des Gestapo-Chefs Heinrich Müller und seines Vorgesetzen Reinhard Heydrich etwa 30.000 Männer verhaftet und in die Konzentrationslager Dachau, Buchenwald und Sachsenhausen verschleppt.

Insgesamt mussten in den Tagen der Pogrome über 400 Jüdinnen und Juden ihr Leben lassen. Dieses Verbrechen markierten den Übergang von der Diskriminierung der in Deutschland lebenden jüdischen Menschen hin zum industriellen Massenmord in den deutschen Todeslagern, dem auch hunderttausende Sinti und Roma zum Opfer fielen.

Diese Pogrome und die darauf folgende industrialisierte Ermordung von Millionen von Menschen waren nicht nur das monströse Verbrechen von zehntausenden fanatischen Faschisten, die vor allem in den Konzentrationslagern und Einsatzgruppen ihren mörderischen Dienst versahen. Diese Vernichtungsmaschinerie bediente die Interessen bedeutender Fraktionen des deutschen Kapitals. Sie lieferte vor allem der Masse der deutschen Großkonzerne – von IG-Farben über die Deutsche Bank bis BMW – Häftlingsarbeitskräfte, die die Profiteure nichts kosteten. Die Häftlinge, die nicht sofort in den Tod geschickt wurden, wurden durch Arbeit ermordet, oder sie wurden „selektiert“, wenn sie nicht mehr arbeitsfähig waren. Diese mörderische Ausbeutung von Jüdinnen und Juden, von Roma und Sinti, Kriegsgefangenen und anderen Häftlingen war eine Grundvoraussetzung für die deutsche Kriegsführung. Diese ungeheuerliche Art der Profitmaximierung und Kriegsführung blieb nach dem Krieg in den westlichen Besatzungszonen im Wesentlichen ungesühnt.

Nicht verschwiegen werden soll, dass ohne die aktive Mitwirkung und durch das Schweigen maßgeblicher, von faschistischer Ideologie durchdrungener Teile der deutschen Bevölkerung diese Pogromnacht vom 09. November 1938, Shoa, und Porajmos, – letztlich die Ermordung von 11 Millionen Menschen in den Konzentrationslagern – nicht möglich gewesen wären.
Nicht vergessen werden soll desgleichen, dass auch deutsche Antifaschist_innen unter Einsatz ihres Lebens, gegen diese Mordmaschinerie kämpften. Heute ist unser Widerstand gefragt. Denn der Schoß, aus dem das kroch, erweist sich noch als fruchtbar. Alle Linken und Humanisten sind gefordert, deutlich und entschlossen gegen jede Art von Rassismus Stellung zu nehmen und darüber aufzuklären, wem das Prinzip „teile und herrsche“ nutzt.

Wir, die LINKE, werden nicht ruhen, bis die letzte faschistische Organisation verboten, bis die letzte Rüstungsfabrik in die zivile Güterproduktion konvertiert und bis ökonomische und politische Macht so demokratisiert ist, dass jeglicher Hetze, Stigmatisierung und Rohheit ein für allemal der Boden entzogen und der Mensch dem Menschen ein Freund ist.

Wir dulden keine Form von Menschenfeindlichkeit und treten ein für eine Welt ohne Antisemitismus! Deshalb beteiligen wir uns bundesweit an den Gedenkveranstaltungen am 9. November und wollen auch mit eigenen Veranstaltungen und Aktionen mahnen:

Nie wieder Faschismus - Nie wieder Krieg!