Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen
Sarah Ahrens / www.werbefotografie-purple-queue.de
Bild: Auseinandergehende Armutsschere
Reichtum, Schere, Armut, Armutsrisiko, Altersarmut, mittelschicht, oberschicht, sozialabbau, unsozial, umverteilung, ungerecht, Wirtschaft, Konkurs, Rezession, zahlen, Krise, Darlehen, Probleme, Schnitt, geld, währung, rechnung, euros, Verkauf, Papier, kaufen, Einkaufen, Hintergrund, Konzept, Kredit, Zeichen, Symbol, Finanzen, Abwertung, Einsparungen, Idee, Farbe, Rabatt, Erfolg, abstrakt, Lösung, Finanzen, Technologie, Schneiden, Banken, insolvents

Inge Hannemann, Thorben Peters

Jede siebte Person in Lüneburg ist von Armut bedroht

In Lüneburg ist nach Erhebung des Statistischen Bundesamtes 2018 rund jede siebte Person von Armut bedroht gewesen. Nach dem Rekordwert von 14,1 Prozent in 2017 sank der Wert in 2018 leicht auf 13,2 Prozent.

Als Grundlage der Berechnungen ist die Armutsgefährdungsquote des Bundes. Nach dem Statistischen Bundesamt wird diese anhand des mittleren Einkommens (Median) im gesamt Bundesgebiet errechnet. Damit wird eine einheitliche Armutsgefährdungsquote zugrunde gelegt.

„Die Stagnation der Armutsgefährdungsquote ist  ein schlechtes Zeugnis für die Stadtverwaltung. Arm trotz Arbeit darf es in unserer heutigen Gesellschaft einfach nicht geben! Wenn Alleinerziehende allein gelassen werden, zeigt sich dieses in der Armutsgefährdung. Eine Inklusion von Erwerbslosen und Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit wird bis heute verfehlt“, 

so Inge Hannemann, sozialpolitische Sprecherin im Kreisvorstand DIE LINKE. Lüneburg.

DIE LINKE Lüneburg fordert ein Maßnahmenpaket gegen die Armut in Lüneburg. Thorben Peters, Kreissprecher DIE LINKE Lüneburg dazu: 

Tafeln sind für Rentner*innen, prekär beschäftigten und Hartz4-Beziehende zur Selbstverständlichkeit geworden. Armut ist in einer so reichen Gesellschaft wie der unseren unnötig. Wir brauchen kostenloses Schulessen, Schulmaterial und Freizeitangebote, um Kinder vor Armut zu schützen. Obdachlosenzahlen müssen erhoben werden und Maßnahmen sowie Einrichtungen, welche sich um Arme Menschen kümmern, müssen entsprechend finanziell ausgestattet werden.“

DIE LINKE Lüneburg kritisiert auch die Armutsquote in Niedersachsen. Die niedersächsische Regierung darf sich aufgrund dieser alarmierenden Zahlen nicht auf das gerühmte Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt ausruhen. Die Zeitarbeit und befristete Beschäftigung spielen eine tragende Rolle bei den prekären Arbeitsbedingungen. Dieses ist sofort einzustellen. Wer heute für einen geringen Lohn arbeitet und Brüche im Lebenslauf durch die ständigen Befristungen aufweist lebt später mit einer Rente auf Grundsicherungsniveau. Das zeigen die Zahlen des Armutsberichtes bereits heute deutlich auf. DIE LINKE. Lüneburg fordert daher einen Mindestlohn von 13 Euro. Die aktuelle Diskussion um eine existenzsichernde Kindergrundsicherung muss auch vom Land Niedersachsen auf die Tagesordnung auf Platz 1 gesetzt werden, um Familien aus der Armut zu holen. Weiterhin müssen die Sozialleistungen durch die Jobcenter (Hartz IV) und den Grundsicherungsämter auf 570 Euro von derzeit 426 Euro für eine alleinstehende Person angehoben werden. 

Zur weiteren Information: Unter Berücksichtigung des unterschiedlichen Einkommensniveaus zwischen den Bundesländern, liegt die Armutsgefährdung für einen Einpersonenhaushalt in Niedersachsen bei einem monatlichen Nettoeinkommen von 980 Euro. Die Armutsgefährdungsquote für Niedersachsen lag 2018 bei 15,9 Prozent und sank zum Vorjahr um knapp einen Prozent (16,7). Besonders hoch ist die niedersächsische Quote  bei den alleinerziehenden Haushalten. Hier ist rund jeder zweite Haushalt (41,1 Prozent) betroffen. Junge Menschen zwischen 18 Jahren und unter 25 Jahren sind weiterhin extrem armutsgefährdet. Seit 2005 (26,2 Prozent) bis heute ist dieser Wert mit rund 26 Prozent konstant hoch. Somit bleibt jeder vierte junge Mensch weiterhin armutsgefährdet. Weitere Gruppen, wie Erwerbslose, Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit und Migrant*innen stellen auch in 2018 die größte von Armut bedrohte Gruppe dar. Dies betrifft mehr als jede/r zweite Person ohne Beschäftigung (58,7 Prozent), 40 Prozent Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit und rund jede dritte Person mit Migrationshintergrund (29,5 Prozent). Dass Arbeit nicht vor Armut schützt zeigt die Quote der abhängig Erwerbstätigen oder der Selbstständigen. Mit knapp 8 Prozent (7,7 Prozent) und 8,5 Prozent stagniert diese Zahl seit über zehn Jahren. Zusammengefasst sind über 1,2 Millionen Menschen von Armut bedroht gewesen. Hierbei sind besonders weiterhin Migrant*innen, Alleinerziehende, Erwerbslose, Rentner*innen und junge Menschen bis unter 25 Jahren betroffen.
 

Zur Mitteilung des Statistischen Bundesamtes hier

Zahlen für Niedersachsen hier