Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen

Kreistag: Kommentar zur geplanten Eventhalle

Positionspapier von Christoph Podstawa:

"Es fehlt Transparenz bei der Finanzierung, ein schlüssiges Verkehrskonzept und der Beweis, dass kein weiteres Prestigeprojekt auf Kosten des Breitensports und der kulturellen Vielfalt gebaut wird"

Die Politik in Stadt und Landkreis Lüneburg ist beflügelt von der Idee, dass Lüneburg eine Eventhalle bekommt. Die Linke begleitet diesen Prozess kritisch. Es fehlt Transparenz bei der Finanzierung, ein schlüssiges Verkehrskonzept und der Beweis, dass kein weiteres Prestigeprojekt auf Kosten des Breitensports und der kulturellen Angebotsvielfalt gebaut wird. Es wäre nicht das erste Projekt, was sich als zu teuer erweist. Bildung, Breitensport und soziale Programme zahlen dann die Zeche. Als sozial und ökologisch denkender Mensch bleibe ich also skeptisch. 

Wir haben eine Volleyballmannschaft in der ersten Bundesliga. Das ist toll. Im Kreistag zeigen sich  alle sportbegeistert. Lüneburg hat jetzt ein neues Aushängeschild. Aber, was darf – dieser zweifelsfrei eindrucksvolle – Erfolg legitimieren? Welche Alternativen zur teuren Eventhallt wurden ernsthaft geprüft? Und was passiert, wenn der Erfolg mal ausbleibt? Und wo kommt auf einmal das ganze Geld  her? Über 10 Millionen Euro fallen nicht vom Himmel. Heißt es nicht immer, dass die Bevölkerung den Gürtel enger schnallen muss? Heißt es nicht immer, dass für öffentliche Daseinsvorsorge kein Geld mehr da ist? Was könnten wir mit über 10 Millionen Euro reißen? Mir fallen direkt alternative Projekte ein, in die wir das Geld investieren könnten!

Lüneburg hat eines der höchsten Kita-Gebühren in der Region. Ich finde, dass kostenfreie  Kinderbetreuung auch ein investitionswürdiges Aushängeprojekt wäre. Darüber könnte ich mich  mindestens genauso freuen. Busfahren ist auch teuer. Wie wäre es mit ticketfreien Nahverkehr. Ich würde damit bei Freund*innen in Berlin und Hamburg angeben, dass bei uns in Lüneburg niemand für das Busticket zahlen muss. Mobilität ist Menschenrecht und in Lüneburg Realität. Unsere „Provinz“ ist halt modern! Das wäre ein Aushängeschild, wofür ich mich begeistern könnte.