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Linke fordert Sozialtarif im Lüneburger Nahverkehr

DIE LINKE. forderte auf der letzten Sitzung des Lüneburger Rates die Prüfung eines Sozialtarifs nach Hamburger Vorbild für den Nahverkehr. Dabei sollen Inhaber der HanseCard - zukünftig bitte auch Transferleistungsbezieher - 20,80 Euro weniger für ein Monatsticket zahlen - also für ein Ticket für die Stadt und das nahe Umland etwa halb so viel. Der Antrag wird im Sozialausschuss der Stadt weiter beraten.

DIE LINKE fordert in einem Antrag zur Ratssitzung am kommenden Donnerstag, dass Inhaber der „HanseCard“ künftig auch die Vergünstigungen einer HVV Sozialkarte erhalten sollen. Die aktuelle HVV-Sozialkarte vergünstigt Monatskarten um 20,80 Euro, so dass die günstigste Monatskarte für das Stadtgebiet und große Teile des Landkreises für Berechtigte noch 20,60 Euro monatlich kosten würde.

Dazu erklärt Michèl Pauly, Fraktionsvorsitzender der Linken im Rat: „Bezieher von Transferleistungen haben durch viel zu gering bemessene Grundleistungen kein Geld für eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Teilhaben kann nur der, der auch mobil ist. Derzeit sind jedoch weniger als 26 Euro in der Regelleistung von Beziehern von Arbeitslosengeld 2 vorgesehen. Davon kann man vielleicht ein Fahrrad halten, aber schon die kleinste Monatskarte übersteigt das Budget deutlich. Mit dem Sozialticket für HanseCard-Inhaber und der HanseCard für alle Bezieher von Transferleistungen, wie es die Jamaika-Gruppe richtigerweise vorschlägt, würden Arbeitslose und andere Sozialleistungsbezieher erstmals in die Lage versetzt werden, während der Busfahrzeiten wetterunabhängig mobil zu sein. Darum wollen wir dass die Verwaltung mit dem HVV und der KVG über dieses Modell spricht und dem Rat zur Entscheidung vorlegt.“

Zur Konsituation erklärt Pauly abschließend: „Zwar zahlen dann HanseCard-Inhaber für ein Monatsticket weniger als den bisherigen Preis. Dafür können sich erstmals Transferleistungsbezieher diese Tickets überhaupt leisten, so dass bei vermutlich gleichem Bedarf an Bussen die Auslastung und damit auch die Einnahmen andererseits gesteigert werden können. Diese Effekte müssen abgewogen werden bei der Kostenkalkulation. Denn auch aus Sicht des Verkehrsunternehmens fährt ein Fahrgast doch besser vergünstigt als dass er aus Geldknappheit gar nicht mit dem Bus fährt. Diese Preisdifferenzierung kann sogar die Einnahmen steigern helfen.“

Der Änderungsantrag der Linken wird in der kommenden Ratssitzung beim Antrag der Jamaika-Gruppe zur Ausweitung des Berechtigtenkreises der HanseCard diskutiert. Jamaika beantragt auch volljährigen Personen die z.B. Arbeitslosengeld II beziehen die Vergünstigungen der HanseCard anzubieten. Diese Vergünstigungen sind allerdings derzeit auf Eintrittskarten für Museen und Ähnliches beschränkt und umfassen den Nahverkehr noch nicht.

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