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Andrea Amri-Henkel

Lüneburger Frauenhaus platzt aus allen Nähten

Nachdem der NDR im Februar dieses Jahres darüber berichtete, dass eine hohe Anzahl von Frauen aus Niedersachsen aus Platzgründen von den Frauenhäusern abgewiesen wurden, stellte die Stadtratsfraktion DIE LINKE. der Hansestadt Lüneburg eine Anfrage zur Überlastung des Frauenhauses in Lüneburg. Diese wurde am 11. Juni im Sozial- und Gesundheitsausschuss beantwortet.

Durchschnittlich bewohnten die Frauen mit ihren Kindern 54 Tage das Frauenhaus. Unter Berücksichtigung der mitaufgenommenen Kinder war das Frauenhaus durchschnittlich zu 92 Prozent ausgelastet. Das Lüneburger Frauenhaus bietet zwölf Plätze an, welche insgesamt 4813 Belegungstage aufweisen. Rund ein Drittel (1620) davon werden mit Kindern belegt. Aus Platzgründen mussten in den letzten zwei Jahren jedoch 32 Frauen abgewiesen werden. Dass der Beratungsbedarf für Frauen in Not hoch ist, zeigen die Zahlen der Beratungen in der Frauenberatungsstelle „FiF" und die „Biss-Beratung". So nahmen 723 Frauen bei der „FiF" und 809 Frauen bei der „Biss-Beratung" die Hilfe in Anspruch.

Dazu sozialpolitische Sprecherin Andrea Amri-Henkel:

„Wenn 32 Frauen und ihre Kinder aus Platzmangel abgewiesen werden, zeigt es deutlich auf, dass der Bedarf für Schutz höher ist, als die Kapazität hergibt. Es ist eindeutig erkennbar, dass das Lüneburger Frauenhaus überlastet ist und mehr Raum benötigt. Da hilft es nicht weiter, wenn die Verwaltung das nicht zugeben möchte. Damit ist weder dem Personal geholfen und noch weniger den Frauen, die dadurch ohne Begleitung wieder weggeschickt werden. Das ist nicht hinnehmbar. Gewalt gegen Frauen ist Symptom einer sexistischen Gesellschaft und sie nimmt zu - alleine 2016 fielen 149 Frauen in Deutschland Femiziden zum Opfer. Sofortiger Schutz bei Gewaltfällen ist das A und O der Prävention."

Die Stadtratsfraktion DIE LINKE. fordert einen Ausbau des Frauenhauses sowie eine personelle Aufstockung, um den Nöten der Frauen gerecht zu werden.