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Christoph Podstawa, Inge Hannemann

Pressemitteilung: Endlich mehr Personal im Fachbereich „Soziales“

Kinder und Jugendliche stehen unter einem besonderen Schutz. Aufgrund der Aussage durch einer Grünen Kreistagsabgeordneten bei der Kreistagssitzung vom 23. April 2018 über die Überlastungsanzeigen im Fachbereich „Soziales“ hat die Kreistagsfraktion DIE LINKE. eine Anfrage gestellt. Die Anfrage ergab, dass die Bereiche „Jugendhilfe und Sport“ und „Senioren und Behinderte“ von Überlastungsanzeigen betroffen sind.

Demnach gab es bei der „Jugendhilfe und Sport“ in den Jahren 2014 bis 2017 fünf Überlastungsanzeigen und bei den „Senioren und Behinderte“ zwei Überlastungsanzeigen. Diese bedingt durch Personalmangel. Besonders scheint der Spezialdienst des Kinderschutzes, Erziehung und Sozialraumprojekte (KES) unter Überlastung zu leiden. Hier gab es alleine im letzten halben Jahr drei Anzeigen. Der KES ist aktuell mit 13 SozialarbeiterInnen besetzt. Eine Überlastungsanzeige ist oftmals der letzte Schritt durch MitarbeiterInnen an den Arbeitgeber, um auf die Gefahr hinzuweisen, dass Arbeitsaufgaben nicht mehr ordnungsgemäß erfüllt werden können. Das führt zu inakzeptablen Arbeitsbedingungen.

Dazu der Kreistagsabgeordnete der Partei DIE LINKE. im Sozialausschuss Christoph Podstawa:

„Die Überlastung in Jugendämtern ist nicht neu. Wir fordern seit Jahren eine der Situation angemessene personelle, finanzielle und infrastrukturelle Ausstattung. Stattdessen bürstet sich der Landrat damit, dass neue Stellen im sozialen Bereich entfristet sein sollen. Ich finde es bedenkenswert, wenn der Landrat Nahrstedt einen Standard als Errungenschaft und Innovation darstellt. Der Höhepunkt der fehlenden Wertschätzung findet sich aber in der Begründung: Ohne Entfristung keine neuen Mitarbeiter. Hier fehlt komplett die Wertschätzung gegenüber der Leistung der Mitarbeitenden. Das spiegelt sich dann natürlich in miserablen Arbeitsbedingungen wider."

Die Anfrage ergab weiterhin, dass die in der Vergangenheit angestiegenen Inobhutnahmen für die Überlastungsanzeigen, verantwortlich sind. Lag die Zahl der Inobhutnahmen in 2014 bei 70 Fällen, stieg sie im Jahr 2015 auf 125 Fälle an und betrug in 2016 133 bzw. im letzten Jahr 82 Fälle. Ein Teil der Mehrbelastung entstand auch durch die Inobhutnahme von unbegleiteten Minderjährigen aus dem Ausland.

Ergänzend dazu Inge Hannemann, sozialpolitische Sprecherin des Kreisverbandes der Partei DIE LINKE. Lüneburg:

„Die Meldungen von Arbeitsüberforderungen zeigen die dunkelrote Karte durch die Beschäftigten an den Landrat. Ein Aussitzen des Problems führt nicht zur Lösung, sondern verstärkt die Endlosspirale der Gesundheitsgefährdung von engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im sozialen Fachbereich. Das kann dazu führen, dass die verantwortungsvollen Aufgaben gegenüber den Kindern und Jugendlichen nicht mehr vollständig ausgeübt werden können.“

DIE LINKE. im Kreistag fordert, dass sich die Verwaltungsleitung dem Problem stellt und das Personal im Fachbereich „Soziales“ entsprechend aufstockt.