Alkoholverbot beschlossen: Lüneburg kopiert gescheiterte Konzepte und verdrängt Probleme
Die Entscheidung für eine Alkoholverbotszone in der Lüneburger Innenstadt ist aus Sicht der Linken Lüneburg ein politischer Fehler. Statt die Ursachen sozialer Probleme anzugehen, setze die Stadt auf Verdrängung und wiederhole damit die Fehler anderer Städte.
Thorben Peters, Oberbürgermeisterkandidat Die Linke Lüneburg: „Lüneburg kopiert gescheiterte Konzepte und duckt sich vor seiner sozialpolitischen Verantwortung weg. Ein Alkoholverbot sorgt nicht für weniger Probleme, sondern dafür, dass sie an andere Orte verschoben werden. In andere Teile der Altstadt, Parks und Wohngebiete. Das ist keine Lösung, sondern Augenwischerei.“
Fachliche Einschätzungen aus der Wohnungslosen und Suchthilfe zeigen seit Jahren, dass solche Maßnahmen die Situation nicht nachhaltig verbessern. Stattdessen werden betroffene Menschen aus dem öffentlichen Raum gedrängt, Hilfekontakte brechen ab und gesundheitliche Risiken steigen. Gleichzeitig verlagern sich Konflikte häufig in weniger sichtbare, aber für Anwohnerinnen und Anwohner oft belastendere Bereiche.
Marianne Esders, Mitglied im Stadtrat für Die Linke: „Die Einführung eines Alkoholverbots ist Verdrängungspolitik auf Kosten der Ärmsten. Statt niedrigschwellige Hilfe anzubieten, werden Menschen mit Suchterkrankungen mit Bußgeldern belegt. Das ist unsozial und treibt Menschen, die bereits genug Probleme haben, weiter in die Schuldenfalle."
Die Linke Lüneburg fordert weiterhin einen Kurswechsel: Notwendig seien der Ausbau von Streetwork, niedrigschwelliger Suchthilfe und konkrete Angebote für Menschen ohne Wohnung. Zudem brauche es Orte im öffentlichen Raum, die betreut sind und Konflikte entschärfen, statt sie zu verlagern. Nur durch eine konsequente soziale Strategie lasse sich die Situation nachhaltig verbessern.
