Politik muss sozial-ökologische Transformation ernst nehmen und Zukunftsperspektiven sichern!
Nach 85 Tagen Arbeitskampf haben die Beschäftigten des Jungheinrich-Standorts Lüneburg gemeinsam mit der IG Metall einen substanziellen Abschluss erreicht. Die vereinbarten Regelungen zur sozialen Absicherung sind das Ergebnis von Zusammenhalt, Solidarität und Durchhaltevermögen.
„Großer Respekt an die Kolleg*innen, die unermüdlich waren und sich dieses Ergebnis unter schwierigen Bedingungen erkämpft haben!“, erklärt Marianne Esders, Ratsmitglied der Linken im Lüneburger Stadtrat.
Gleichzeitig bleibt die Kritik: „Ein wirtschaftlich tragfähiger Produktionsstandort wird geschlossen. Gute Arbeitsplätze, Know-how und regionale Wertschöpfung gehen verloren – mit Folgen auch für die Stadtkasse. Kritisch sehe ich auch, dass Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch zwar von Solidarität mit den Beschäftigten sprach, aber Gespräche nur mit der Unternehmensleitung führte und nicht den direkten Austausch mit Gewerkschaft und Betriebsrat gesucht hat“, so Esders.
Bereits frühzeitig hatte die Linke im Stadtrat eine fraktionsübergreifende Resolution zur Unterstützung der Beschäftigten initiiert. Zudem wandte sie sich in einem Brief an die Landesregierung, um ein stärkeres Engagement des Landes zur Sicherung industrieller Arbeitsplätze in der Region einzufordern.
„Es reicht nicht, Transformation zu beschwören. Wenn profitable Standorte schließen, läuft etwas grundlegend falsch“, so Esders weiter. „Sozial-ökologische Transformation bedeutet, Industriearbeitsplätze zu sichern und Beschäftigte aktiv einzubinden – nicht, sie vor vollendete Tatsachen zu stellen. Landes- und Bundesregierung müssen endlich wirksame Instrumente für Standorterhalt und Beschäftigungssicherung schaffen“, so Esders abschließend.

