Rücksichtsloses Verwaltungshandeln gefährdet obdachlose Menschen in Lüneburg
Die Straßensozialarbeit in Lüneburg ist seit dem 1. Januar faktisch eingestellt. Der
bewährte Träger HERBERGEplus, betrieben vom Diakonie Lebensraum e.V., wurde erst
am 30. Dezember darüber informiert, dass sein Angebot zur Fortführung der
Straßensozialarbeit für 2026 abgelehnt wurde. Bereits ab dem 1. Januar bestand somit
keine Finanzierung mehr – mitten in einer Phase extrem kalter Temperaturen mit bis zu
minus 14 Grad.
Marianne Esders, Ratsmitglied der Partei Die Linke, erklärt: „Dieses Vorgehen ist
rücksichtslos und lebensgefährdend. Die Stadt setzt Menschen, die auf Schutz und
Unterstützung angewiesen sind, extremen Risiken aus."
HERBERGEplus betreibt das Streetwork seit über zehn Jahren zuverlässig – trotz
minimaler Mittel – und hat dabei Vertrauen und Netzwerke aufgebaut. Dennoch erhebt
die Stadt Vorwürfe, der Träger würde sich auf seine Stellung als einziger Anbieter
ausruhen.
"Dieser Vorwurf ist haltlos. HERBERGEplus hat jahrelang unter schwierigen
Bedingungen für die Stadt gearbeitet und dabei Vertrauen und Netzwerke aufgebaut.
Statt die bewährte Arbeit zu stärken, wird sie blockiert. Kontinuität und Vertrauen in
der Straßensozialarbeit dürfen nicht der bürokratischen Kalkulation geopfert werden",
so Esders weiter.
Esders fordert die Stadtverwaltung auf, die Straßensozialarbeit unverzüglich wieder
aufzunehmen, die notwendigen Mittel bereitzustellen und bewährte Träger wie
HERBERGEplus zu sichern, um Menschenleben zu schützen.

