Sicherheitsgefühl stärken – mit sozialen Angeboten statt Stimmungsmache
Die Sicherheit in Lüneburg ist nachweislich stabil. Die aktuellen Polizeistatistiken zeigen keine signifikant gestiegene Kriminalität.
„Trotzdem wird das Sicherheitsgefühl vieler Menschen, gerade im Wahlkampf, gegen marginalisierte Gruppen ausgespielt – insbesondere gegen suchtbetroffene Menschen, von Armut betroffene Menschen, migrantisierte Menschen und Personen, die aus ökonomischer Not heraus Drogen verkaufen“, kritisiert Marianne Esders, Ratsmitglied der Partei Die Linke im Lüneburger Stadtrat. „Hier wird Angst politisch instrumentalisiert, statt die realen Ursachen sozialer Probleme zu lösen.“
„Sicherheit entsteht nicht durch Überwachung oder Repression, sondern durch soziale Infrastruktur. In Lüneburg wurde über Jahre hinweg nicht ausreichend in wichtige Angebote investiert – Streetwork, Suchthilfe, niedrigschwellige Beratungs- und Unterstützungsangebote. Wer für eine schwarze Null im Kommunalhaushalt diese Defizite ignoriert, verschiebt das Sicherheitsproblem auf einzelne Menschen, statt die Verhältnisse zu ändern“, so Esders weiter.
Ein Schritt in die richtige Richtung sei nun gemacht worden: „Die Mitglieder des Ausschusses für Soziales, Gesundheit, Gleichstellung und Integration haben mögliche Räumlichkeiten für ein Kontaktcafé für suchtbetroffene Menschen besichtigt und mehrheitlich beschlossen, dem Rat die Umsetzung an diesem Standort zu empfehlen. Das ist ein überfälliger, aber richtiger Schritt hin zu einer sozialen Lösung. Nachhaltige Sicherheit entsteht durch soziale Infrastruktur, Prävention und Teilhabe – nicht durch Angstpolitik oder Ausgrenzung. Lüneburg braucht Konzepte, die Prävention, Unterstützung und Menschenwürde zusammendenken. Angst darf kein Wahlkampfinstrument sein.“

