Yanfeng und Jungheinrich: Standorte schließen heißt Existenzen zerstören
Die soeben bekannt gewordene Schließung des Yanfeng-Standorts in Lüneburg sowie die anhaltenden Verlagerungs- und Personalabbaumaßnahmen bei Jungheinrich sorgen für große Verunsicherung bei den Beschäftigten und haben weitreichende Folgen für die gesamte Region.
Dazu erklärt Marianne Esders, Ratsmitglied der Partei Die Linke in Lüneburg:
„Die Schließung des Yanfeng-Werks und der Stellenabbau bei Jungheinrich sind ein schwerer Schlag für die Beschäftigten und für unsere Region insgesamt. Sie zeigen einmal mehr, dass Gewinninteressen von Konzernen über die Zukunft der Menschen vor Ort gestellt werden. Wer hier über Jahre Gewinne erwirtschaftet hat, darf Beschäftigte und Standorte nicht einfach entsorgen. Lüneburg kann und darf nicht zur Wegwerfstation industrieller Arbeitskraft werden. Mit jedem Werk, das schließt, bricht ein Stück der wirtschaftlichen und sozialen Kraft unserer Region weg – mit gravierenden Folgen für Beschäftigte, Zulieferer, Kommunen und ganze Familien.“
Deutlich weist Esders darauf hin, dass der bisherige Umgang der Stadtspitze zu kurz greift:
„Dass die Oberbürgermeisterin Kontakt mit der Unternehmensleitung aufgenommen hat, mag ein erster Schritt sein – er reicht aber bei Weitem nicht aus und geht am Kern des Problems vorbei. Wer jetzt nur mit der Unternehmensführung redet, ignoriert diejenigen, die die Konsequenzen tragen müssen: die Beschäftigten. Ein verantwortungsvoller Umgang beginnt bei den Betriebsräten, den Gewerkschaften und den Belegschaften – nicht im Vorstandsbüro. Die Stadt muss klar an der Seite der Beschäftigten stehen. Auch das Land Niedersachsen und die Bundesregierung müssen sich massiv für den Erhalt der Standorte einsetzen, statt den Strukturwandel dem freien Markt zu überlassen. Es braucht konkrete Industrie-, Struktur- und Transformationshilfen, um Arbeitsplätze zu sichern und neue Perspektiven zu schaffen.“
Abschließend betont Esders: „Eine sozial-ökologische Transformation der Industrie kann nur gelingen, wenn sie mit den Beschäftigten und nicht gegen sie gestaltet wird. Ich erwarte von der Oberbürgermeisterin, dass sie alle relevanten Akteure – insbesondere die Betriebsräte – an einen Tisch holt und gemeinsam mit Bund und Land um jeden Arbeitsplatz kämpft.“

